Digitalisierung,- mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Sie schon einmal von dem abstrakten Begriff gehört oder ihn gelesen. Zumindest taucht er in den Medien immer wieder auf und verursacht bei manchen Menschen ein müdes Lächeln und bei anderen ein erschöpftes Stöhnen. Fast jeder kann mit dem Begriff „Digitalisierung“ etwas anfangen und hat seine individuellen Vorstellungen darüber, doch nur wenige Menschen können ihn auch erklären. Diese Tatsache verwundert wenig, wenn man sich die vielfältigen Bereiche anschaut, in denen das Wort „Digitalisierung“ immer wieder auftaucht und Verwendung findet. Doch was ist nun Digitalisierung? Was meint der Begriff und wo ist er tatsächlich auch angebracht?

Eine Definition der Digitalisierung erweist sich als schwierig

Sucht man nach einer pragmatischen Definition, so könnte man die Erklärung von Wikipedia hernehmen, welche die Digitalisierung als „[…] das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate und ihre Verarbeitung oder Speicherung in einem digitaltechnischen
System.“ beschreibt.

Sie wissen jetzt nicht mehr als zuvor? Vielleicht können wir uns unkompliziert darauf einigen, die Digitalisierung als eine Art Nutzung neuartiger Technologien zu verstehen, welche soziale und geschäftliche Prozesse beschleunigen und vereinfachen. Nehmen Sie demnach Ihr Handy in die Hand und kommunizieren mit Ihren Freunden oder Bekannten, dann ist das eine Form der Digitalisierung. Googeln Sie mit Ihrem Computer nach bestimmten Begriffen und durchforsten Homepages, dann ist auch das ein Bereich der Digitalisierung. Sie nutzen also eine Technologie, beispielsweise ein Handy oder einen Computer und erhalten Informationen, die Ihnen das tägliche Leben erleichtern und flexibler gestalten. „Die Digitalisierung braucht den Menschen nicht, sie erweitert vielmehr seine Möglichkeiten“, ist ein sehr zutreffendes Zitat von dem Journalisten Peter Bartels und verdeutlich den beachtlichen Nutzen der Digitalisierung für uns Menschen. Trotz der bemerkenswerten digitalen Vorteile wird uns derzeit immer mehr bewusst, welche derart großen Defizite wir bei diesem Thema noch haben und wie wichtig es ist, dieses Loch auszufüllen.

Haben Wir die Digitalisierung verschlafen?

Speziell die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass es beim Thema Digitalisierung noch viele Baustellen gibt. Die Möglichkeiten sind da, allerdings mangelt es an den nötigen Fähigkeiten, es mangelt an digitaler Bildung! Schüler müssen von zu Hause aus Lernen und Lehrer sind mit den neuartigen Technologien meist überfordert, sodass die Vorteile der Digitalisierung nicht genutzt werden können. Behörden sind überwiegend im Homeoffice und können dort nur einen kleinen Teil der regulären Arbeiten erledigen, weil es an digitalen Grundvoraussetzungen mangelt. Einsamkeit macht sich flächendeckend in unserer Gesellschaft breit und zeigt, dass ein großer Teil, speziell Senioren, nicht die Fähigkeiten besitzt, um täglich unkompliziert miteinander kommunizieren zu können. Wir bezeichnen uns gerne als modern, obwohl wir es nicht sind. Wir haben die Mittel, aber nicht alle haben die nötigen Kompetenzen, um sich diese Mittel auch Zunutze zu machen. Diese Problematik wird in Form der digitalen Spaltung besonders ersichtlich und zeigt auf, dass wir aktiv werden müssen.

Karitative Seniorenorganisationen wie die BAGSO greifen das Problem der digitalen Spaltung auf, indem Sie wichtige Themen wie Einsamkeit, digitale Bildung oder Digitalisierung im Alter aufgreifen und Projekte entwickeln, um auch älteren Menschen den Zugang zur Digitalisierung zu erleichtern. Hochschulen, wie die Volkshochschule Chemnitz, beschäftigen sich mit der Problematik der digitalen Bildung und bieten etliche Kurse im Bereich der Digitalisierung für jedermann an. Auch wir haben uns dem Thema geöffnet und bieten effektive Lösungen an, insbesondere für Senioren. Aus diesem Grund haben wir in Chemnitz das Lernzentrum für digitale Bildung ins Leben gerufen und sind Anbieter von individuellen und kollektiven Handy- oder Computerschulungen, die sich einer sehr hohen Nachfrage erfreuen und hunderten Senioren beim Thema der Digitalisierung tiefgreifend geholfen haben.

Mehr Lebensqualität durch Digitalisierung!

Durch unsere Erfahrung und dem permanenten Austausch mit Senioren konnten wir immer wieder feststellen, dass häufig der Mut und auch das Vertrauen fehlt. Das Wort „Digitalisierung“ wird meist als unüberwindbare Hürde betrachtet, die nur von wenigen gemeistert werden kann. Wir möchten Ihnen auf der Grundlage unserer Erfahrung das Vertrauen geben, sich dem Thema zu öffnen. Digitalisierung ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden oder nur für einen speziellen Teil der Gesellschaft zugänglich. Digitalisierung ist für jedermann und in Anbetracht unserer zufriedenen Schulungsteilnehmer bei weitem keine Floskel. Wir wissen, wie stark sich das Leben positiv ändern kann, wenn wichtige digitale Kernkompetenzen erworben werden. Wer die gegenwärtigen Technologien für sich nutzt, erleichtert sein Leben.

Ein kritischer Blick in die Zukunft…

Leider zeigt die digitale Entwicklung, dass die Beschäftigung mit der Thematik keine Frage der Freiwilligkeit ist. Vielmehr ist es eine Bedingung, um zukünftig bestehen zu können. Satya Nadella, ein CEO von Microsoft, – sagte nicht ohne Grund, dass in den nächsten 10 Jahren wir an einem Punkt seien, an dem nahezu alles digitalisiert wird. Was an dieser Stelle vielleicht objektiv Dramatik erzeugt, ist der gegenwärtige Trend und bereits absehbar. Wir müssen bereit sein, uns dem Thema zu öffnen. Wir müssen als Gesellschaft fähig sein, Zugriff auf die nötigen Kompetenzen zu ermöglichen und jedermann daran teilhaben zu lassen, da es letztendlich auch jeden betrifft. Dies erscheint Ihnen wie ein Appell? Diesen Vorwurf geben wir uns gerne hin und verschmerzen Ihn, hinter dem Blickwinkel der thematischen Wichtigkeit. Lassen wir abschließend Albert Einstein für uns sprechen: „Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten“.

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